Seit geraumer Zeit betreue ich mehrere Triathleten im Social-Media-Bereich. Eine Athletin wurde 2008 nach einer positiven Dopingkontrolle gesperrt und über einen anderen wurde gestern durch die Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) eine Sperre verhängt – für ein bereits sechs Jahre zurück liegendes Vergehen bestraft und wegen Anwendung einer verbotenen Methode im Herbst 2005 mit sofortiger Wirkung für zwei Jahre gesperrt.
Das Echo in den Medien ist breit gespalten – von "Erschütterung" bis hin zu "Freudentänzen" ist die Rede. Und besonders hart fällt natürlich die Kritik der anderen Athleten aus.
Heute geht es im Spitzensport nicht nur um “Ruhm und Ehre” – sondern vor allem um sehr viel Geld. Der Hochleistungssport ist ein Milliardengeschäft geworden, in dem ganze Industriezweige involviert sind. Zuschauer, Medien und Sponsoren erwarten Topp-Leistungen von den Athleten und all die Sponsoren können aber nur mit einem nach außen hin “sauberen” Sport Marketing betreiben. Und der Athlet, der diesen Anforderungen gerecht werden soll, steckt in der Zwickmühle.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und der Leistungssport ist ihr Spiegelbild. Im Leistungsport werden allerdings bedeutend strengere Maßstäbe als im gesellschaftlichen oder im beruflichen Alltag angesetzt. Man sollte sich bewusst sein, dass im heutigen Spitzensport flächendeckend – um nicht zu sagen lückenlos – gedopt wird. Und wer das in Frage stellt, ist entweder blauäugig oder ein Heuchler. Um im Hochleistungssport konkurrenzfähig sein zu können und um es zu bleiben, ist man als Profisportler praktisch dazu gezwungen.
Bei diesem Thema mit einem Auge wegzuschauen oder es gar stillschweigend hinzunehmen – das lohnt sich für das System Sport. Ist der Athlet doch die "Cah Cow".
Eines steht für mich fest: Ein des Dopings überführter Athlet darf nicht kriminalisiert werden. In dubio pro reo.